Elektro Hypersensibilität

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 Quelle: Ulli Weiner 

Was ist Elektrohypersensibilität?

Eine zunehmend wachsende Gruppe von Menschen mit Elektrohypersensibilität, welche aufgrund Elektromagnetischen Felder (EMF) oft nicht mehr im gewohnten Umfeld leben können, werden nur selten in unserer Gesellschaft thematisiert. Manche sind gezwungen in den Wald zu flüchten mit Zelt oder Wohnwagen. Weit weg von Ihrem sozialen Umfeld allein mit den Bäumen und den Tieren des Waldes sind Sie gezwungen zu leben. Nur hier finden Sie noch eine gesunde Umgebung ohne EMF die sie nachweislich krank machen.

Einige historische Fallbeispiele für Elektrohypersensibilität wurden bereits 1932 dokumentiert. Radartechniker, welche im Militär starken Hochfrequenten-EMF ausgesetzt waren, litten häufig unter dem sogenannten „Mikrowellensyndrom“.

Allerdings ist Elektrohypersensibilität (EHS) von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur eine anerkannte Beeinträchtigung, die bei EHS-Patienten nach eigenen Angaben auftritt. Bisher gibt es kein einheitliches Diagnoseverfahren und keine einheitliche Therapie von EHS. Aufgrund der unklaren Ursache für die Symptome in Zusammenhang mit EMF führte die WHO bereits 2005 die Bezeichnung idiopathische Umweltintoleranz die auf elektromagnetische Felder (IEI-EMF) zurückzuführen ist, ein. 

Bisher ist EHS nicht als Krankheit anerkannt, was den Leidensdruck der Menschen erhöht. 

Doch was steckt hinter diesem Phänomen der Elektrohypersensibilität?

Die Betroffenen berichten auf elektromagnetische Felder (EMF) zu reagieren. Häufig auf moderne elektronische Geräte wie WLAN-Router, DECT Telefone, Bluetooth und Mobiltelefone. 

So vielfältig wie die Menschen und Ihre Hintergründe sind, so unterschiedlich können auch die Symptome sein, die berichtet werden. 

Neurologische, hormonelle, immunologische Störungen

Kopf & Psyche

Kopfschmerzen, Kopfdruck, Schwindel, Übelkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Schlaflosigkeit (Melatoninmangel), schlechter & flacher Schlaf, Müdigkeit, Reizbarkeit, Hyperaktivität, Depression, Angstzustände, Schwäche, Wortfindungsstörung, Geruchs- und Lichtempfindlichkeitsstörungen, Gefühl unter Strom zu stehen, Nasenbluten, Haarausfall usw.

Augen

Gereizt, trocken, schmerzend, Druckgefühl, Sehschärfeverlust

Akustisch

Ohrgeräusche, Tinnitus, Hörverlust

Körper

Taubheit, Kribbeln, Brennen, Rötung, Muskelkrämpfe, Muskel- und Gelenkschmerzen (erhöhte Entzündungsneigung), Nebennierenermüdung, schlechte Regulierung des Blutzuckerspiegels, Neigung zum Schwitzen, Leistungsverlust (Mitrochondriopathie)

Immunsystem

Grippeähnliche Symptome, Fieber und erhöhte Entzündungsneigung (z.B. Sinusitis, Bronchitis...), Unverträglichkeiten

Herz

Herzklopfen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, zu hoher oder zu niedriger Blutdruck, Kurzatmigkeit

Verdauungsprobleme

Blähungen, Unverträglichkeiten...

Starke Reaktionen

z.B. Krampfanfälle, Lähmungen, Bewusstlosigkeit, Psychosen und Schlaganfall

Multiple Chemikalien-Sensitivität

Häufig leiden die Betroffenen zusätzlich unter einer Multiplen Chemikalien-Sensitivität (MCS). Es handelt sich um eine chronische Multisystem-Erkrankung mit zum Teil starken Unverträglichkeiten von vielfältigen flüchtigen Chemikalien, wie z.B. Duftstoffen, synthetischen Zusätzen in Lebensmitteln. Die Konzentrationen dieser symptomauslösenden Stoffe liegen weit unterhalb der Schwellkonzentration, die bei gesunden Personen nötig wären, um eine Reizungen auszulösen.

Ursachen aus Umweltmedizinischer Sicht für EMF

Da der Mensch wie auch Tiere bioelektrische Wesen sind, welche quasi über „Funk“ kommunizieren, können sämtliche Körperprozesse durch Funktechnologien gestört werden und sich als Symptome zeigen. Umweltmediziner sprechen von einem Verlust der Kompensation wenn es zu Symptomen kommt. 

Meist sind EHS Betroffene aufgrund ihrer Vorbelastung z.B. durch andere Umweltfaktoren, Umweltgifte, Traumata, Parasiten, Vorerkrankungen und ungünstiger Ernährungs- und Lebensstil, ggü. EMF nicht so tolerant wie gesunde, unbelastete Menschen. Ist ein Mensch mit Schwermetallen belastet, ist er wie eine Antenne empfänglicher für Funk und resorbiert die Strahlung stärker. 

Studien zeigten auch, dass vor allem Kinder, Schwangere und alte Menschen empfindlicher auf EMF reagieren. Vor allem kleine Kinder resorbieren bis zu 10x mehr Funkstrahlung und haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko. 

 Quelle: IMD-Berlin

 Quelle: Pall, Martin

Diskutierte Wirkmechanismen von EMF

Der führende Wissenschaftler auf dem Gebiet oxidativer und nitrosativer Stress Prof. Martin Pall beschreibt, wie durch EMF und Umweltgifte oxidativer und nitrosativer Stress verursacht wird, welche u.a. Entzündungsprozesse und chronische Krankheiten begünstigen.

Zelluläre DNA-Schäden werden durch Abbauprodukte des Peroxynitrit in Form von freien Radikale hervorgerufen, die die DNA direkt angreifen.  Von allen Zellen des Körpers besitzen die Neuronen die höchste Dichte von spannungsabhängigen Calciumkanälen (VGCC), unter anderem weil diese Calciumkanäle und die [Ca2+]i-Ionen an der Ausschüttung aller Neurotransmitter im Nervensystem beteiligt sind.  Apoptose (programmierter Zelltod) kann durch einen Überschuss an Calciumionen ([Ca2+]i) in den Mitochondrien und durch Doppelstrangbrüche in der zellulären DNA ausgelöst werden. 

Die Signalübertragung durch Calcium reguliert die Struktur und Funktion der Synapsen auf 5 verschiedene Arten, wobei hier wahrscheinlich alle 5 Signalwege beteiligt sind.  Man geht davon aus, dass oxidativer Stress und Apoptose dabei jeweils eine wichtige Rolle spielen.  Weniger Schlaf und größere Erschöpfung hängen wahrscheinlich mit einem niedrigen nächtlichen Melatoninspiegel und einem gleichzeitig erhöhten nächtlichen Noradrenalinspiegel zusammen.  Dies sind alles Wirkmechanismen verursacht durch EMF welche zu Pathophysiologien führen.  (Vgl. Pall, Martin, 5G als ernste globale Herausforderung, 2019) 

Behandlungsansätze der Umweltmedizin

Umweltmediziner wie Dr. Thomas Kia empfehlen einen gesünderen Lebensstil, Reduktion von Umweltgiften im Umfeld und falls nötig, Darmsanierung, Zahnsanierung und eine Schwermetallausleitung in Begleitung von Mikronährstofftherapie und Phytotherapie.

Es hat sich auch gezeigt, dass sich eine vollwertige pflanzliche entzündungshemmende Ernährung reich an Antioxidantien welche freien Radikalen entgegenwirken, positiv auf die Körperregulation auswirkt. So kann der Teufelskreislauf von oxidativem und nitrosativem Stress durchbrochen werden und der Körper wieder in die Kompensation kommen, welche zur Symptomreduktion führen kann. 

In wieweit der Körper wieder in die Selbstregulation kommen kann, hängt von den Schäden durch EMF z.B. der Zellen und DNA ab. Manche Menschen müssen ein Leben lang auf der Flucht vor EMF bleiben. Ein normales soziales Leben mit z.B. Restaurant oder Konzert besuchen ist für Sie nicht mehr ohne schwere Folgen möglich. 

Bin ich Elektrohypersensibel?

Wenn Sie herausfinden möchten ob Ihre Symptome im Zusammenhang mit EMF stehen, sollten Sie die Punkte unter Schutz vor Funk befolgen. Wenn die Symptome deutlich nachlassen, nachdem Sie Funkquellen reduziert haben, ist ein Zusammenhang mit EMF sehr wahrscheinlich. 

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